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Antrittsvorlesung

Digitalisierung: Der Mensch im Mittelpunkt

Unter dem Motto „Digitalisierung: Der Mensch im Mittelpunkt“ hielt Prof. Dr. Sven Laumer im Rahmen der beiden Vortragsreihen „Wissenschaft auf AEG“ und #nuelectures seine Antrittsvorlesung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
©Giulia Iannicelli/FAU

Er identifizierte die Verbreitung des Smartphones als einen der wesentlichen Treiber hinter dem, was aktuell unter dem Schlagwort „Digitalisierung“ diskutiert wird. Durch die Nutzung des Smartphones leben Menschen online und ermöglichen so eine Vernetzung von Personen, Informationen und anderen Maschinen. Durch die Möglichkeit diese neu entstehenden Datennetzwerke zu analysieren, ergeben sich neue Formen der Arbeit, aber auch neue Potentiale für Geschäftsmodelle. Konkret zeigte Sven Laumer am Beispiel von Fitnesstrackern, digitalen Assistenten wie Siri, Alexa oder dem Google Assistant sowie innovativen Dienstleistern wie Uber, dass erfolgreiche digitale Technologien diese Entwicklungen aufgreifen und hierbei den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Sie bieten dem Menschen einen Mehrwert, sind einfach zu nutzen und es gelingt ihnen, dass Menschen Vertrauen in diese Technologien entwickeln. In seinem Vortrag thematisierte Prof. Laumer eigene Forschungsarbeiten, die zum einen die Auswirkungen der Digitalisierung aus der Sicht des Menschen beleuchten und die daraus ableitbaren Implikationen für die Gestaltung der Zukunft der Arbeit und digitale Geschäftsmodelle diskutieren.

Digitalisierung des Individuums

In seinem Vortrag ging Sven Laumer auf eigene Arbeiten aus dem Bereich der Digitalisierung des Individuums ein. Er berichtete über Studien, die gezeigt haben, warum Social-Media-Nutzung Stress auslösen kann und wie Nutzer hierauf reagieren. Er stellte aber auch heraus, dass ein explizites Verlassen von Social-Media-Plattformen durch das Löschen des eigenen Profils auch Stress auslösen kann. Im Rahmen der Studien wurden über 3.000 Teilnehmer in empirischen Studien befragt und deren Social-Media-Nutzungsverhalten untersucht.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
©Giulia Iannicelli/FAU

Zukunft der Arbeit

Zudem thematisierte er aus dem Forschungsbereich des Lehrstuhls zum Thema „Zukunft der Arbeit“ Aspekte aus aktuellen Studien, die zeigen, dass die Perspektive der von der Digitalisierung betroffenen Personen in Unternehmen meist keine technische ist. Er stellte heraus, dass aus Sicht der betroffenen Personen vor allem von Bedeutung ist, wie die eigene Arbeit verrichtet werden kann, um Produkte oder Dienstleistungen für andere Personen zu produzieren. Menschen nehmen IT dabei als Werkzeug wahr, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei verändert die Digitalisierung dieses Zusammenspiel aus Sicht der betroffenen Menschen. Am Beispiel von Informations- und Wissensmanagementprozessen zeigte Sven Laumer, dass die Rolle des Menschen als Mitglied in einem Arbeitssystem oftmals nicht im Einklang mit seiner Rolle als Nutzer eines Informationssystems steht. Digitalisierungsinitiativen, die auch die Zukunft der Arbeit mitgestalten wollen, sollten seiner Meinung nach genau diese beiden Rollen fokussieren. Denn erst, wenn diese im Einklang sind, kann auch die Zukunft der Arbeit aus Sicht der Menschen positiv gestaltet werden.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
©Giulia Iannicelli/FAU

Digitale Geschäftsmodelle

Zum Abschluss legte er dar, welche Bedeutung „Vertrauen“ für digitale Geschäftsmodelle hat. Am Beispiel der Nutzung von künstlicher Intelligenz im Recruiting und den damit verbundenen Herausforderungen (z.B. hat eine KI Bewerbungen von Frauen als minderwertig erachtet) diskutierte Prof. Laumer, dass datengetriebene Ansätze im Recruiting durchaus Chancen für das Personalmanagement bieten und einfach zu handhaben sein können. Voraussetzung für den Erfolg solcher Geschäftsmodelle ist allerdings das Vertrauen der Menschen in diese Dienste. Daher plädierte er dafür, entsprechende KI-basierte Systeme zu entwickeln, denen Menschen ein hohes Maß an Vertrauen entgegenbringen können.

In der anschließenden Fragerunde berichteten Zuhörer von eigenen Erfahrungen im Kontext der Digitalisierung. Zudem wurden weiterführende Fragen bezogen auf die Digitalisierung des Individuums diskutiert und beim Empfang in den neuen Lehrstuhlräumen auf AEG vertieft.

Das folgende Video fasst die Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Sven Laumer zusammen: