Social Media

Im Wesentlichen handelt es sich bei Social Media um internetbasierte Anwendungen, die es den Nutzern ermöglichen, ein eigenes digitales Profil zu erstellen und verschiedene Inhalte zu generieren und mit anderen Nutzern zu teilen, was zur Entstehung virtueller Gemeinschaften führt. Aufgrund dieser Eigenschaft – die als Nutzungsoffenheit bezeichnet wird – haben Social Media zunächst keinen bestimmten Zweck an sich selbst, sondern beziehen ihren Zweck aus den Zielen ihrer eingebetteten sozialen Entitäten (z.B. Projektzusammenarbeit, Wissensaustausch, Diskussion bestimmter Themen oder einfach nur Spaß).

Bekannt geworden sind soziale Medien durch die Verwendung im Privaten. Seit über 20 Jahren erstellen Menschen Profile auf diesen Plattformen, vernetzen sich mit ihren Freunden und Bekannten und tauschen Inhalte aus. Nach einer anfänglichen Euphorie zeigten sich auch die negativen Seiten: Die Nutzung von Social Media kann Stress auslösen oder zu Abhängigkeitssymptomen führen. Das Team des Lehrstuhls war dabei maßgeblich am Aufbau des theoretischen Verständnisses von Social Media Stress beteiligt und konnte in verschiedenen Studien Ursachen und Bewältigungsstrategien zu dieser Technostress-Art nachweisen.

Angespornt von der zunehmenden Wirkung und den Fähigkeiten der sozialen Medien im Privaten begannen Unternehmen zunehmend, soziale Medien für ihre Bedürfnisse zu nutzen. Durch die Nutzung von öffentlichen sozialen Medien können Unternehmen mit verschiedenen externen Parteien wie Kunden, Verkäufern, potenziellen Mitarbeitern und der breiten Öffentlichkeit kommunizieren. Die meisten Unternehmen, die öffentliche soziale Medien zur Kommunikation mit externen Parteien nutzen, haben eine mehrgleisige Strategie, die verschiedene öffentliche Social-Media-Kanäle verbindet. Beispielsweise unterhalten sie Seiten auf beliebten öffentlichen Social-Networking-Seiten wie Facebook und sie verbreiten Nachrichten auf Microblogging-Seiten wie Twitter. Ihre Mitarbeiter schreiben manchmal auch Blog-Beiträge auf Nachrichten-Websites und gelegentlich hosten sie Social-Tagging-Sites oder YouTube-Kanäle. All diesen öffentlichen sozialen Medien ist gemeinsam, dass die Kommunikation auf diesen Seiten nach außen gerichtet ist. Heutzutage wird eine Public Relations-Strategie, die die Kommunikation über verschiedene öffentliche soziale Medien anspricht, allgemein als entscheidend für den Geschäftserfolg angesehen. Das Lehrstuhlteam hat dabei einen Ansatz entwickelt, der Unternehmen hilft, eine eigene Social-Media-Strategie zu entwickeln.

Enterprise Social Media ist der zweite Begriff, der sich aus dem Überbegriff betriebliche soziale Medien ableitet und ist definiert als soziales Medium, das die interne Kommunikation, den Wissensaustausch und Interaktionsprozesse innerhalb eines Unternehmens oder zwischen Organisationen unterstützt. Im Gegensatz zur externen Nutzung von Social Media, die sich über viele öffentliche Plattformen erstreckt, implementieren die meisten Unternehmen eine integrierte Social-Media-Plattform, die mehrere Arten von Enterprise Social Media enthält. Beispielsweise ahmen die meisten internen Social-Media-Plattformen in Aussehen, Bedienung und Funktionalität beliebte Social-Networking-Seiten wie Facebook nach. Eingebettet in diese Plattform findet man jedoch oft Blogs und Wikis sowie Arten von Enterprise Social Media, über die Social Tagging und Dokumentenaustausch stattfinden können. In unserer Forschung entwickeln wir Nutzungsszenarien für Enterprise Social Media und analyiseren das Nutzungsverhalten in den Plattformen, um Rückschlüsse auf den Einflus von sozialen Netzwerken auf digitale Arbeitssysteme zu ziehen

Die Rolle von Social Media für unternehmensinterne Anwendungskontext sind Gegenstand der Bachelorveranstaltung „Enterprise Content and Collaboration Managements“. Weiterführende Konzepte werden zudem in der Masterveranstaltung „Enterprise Knowledge Management“ diskutiert. Unternehmensexterne Anwendungen und die Entwicklung einer Social-Media-Strategie  z.B. im Bezug auf die Rekrutierung werden in der Vorlesung „Electronic Human Resources Management“ oder im „Medienkompetenz“-Seminar aufgegriffen.

 

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